Akkuwissen

Verstehen, worauf es ankommt.

Kurze Erklärungen für deinen Alltag. Wähle ein Thema, lies die Hintergründe und schau, was du bei dir konkret verbessern kannst.

6 Lernbausteine

01Grundlagen 3 Min.

Einen sicheren Ladeplatz einrichten

Nicht nur das Ladegerät zählt. Auch Unterlage, Umgebung und Zeitpunkt machen einen Unterschied.

Hintergrund und praktische Schritte lesen

Beim Laden wird Energie im Akku gespeichert und es entsteht Wärme. Ein Defekt kann dadurch auffallen oder sich verschärfen. Eine freie, nicht brennbare Unterlage und Abstand zu brennbaren Gegenständen helfen, eine mögliche Brandausbreitung zu begrenzen. Sie machen einen beschädigten Akku aber nicht sicher.

Das kannst du konkret tun

  1. Verwende das Original-Ladegerät oder einen vom Hersteller für dein Gerät vorgesehenen Ersatz. Beachte die Bedienungsanleitung.
  2. Lade auf einer festen, nicht brennbaren Unterlage. Halte Papier, Textilien und andere brennbare Gegenstände fern; decke Gerät und Ladegerät nicht ab.
  3. Halte Fluchtwege frei. Ein Treppenhaus oder der Bereich vor der Wohnungstür ist kein Ladeplatz.
  4. Lade nicht während du schläfst oder ausser Haus bist. Die BFB empfiehlt Rauchmelder in Räumen, in denen Akkus geladen werden.

Für deinen Alltag

Schau heute deinen häufigsten Ladeplatz an: Was liegt daneben, kann Wärme entweichen und bleibt der Ausgang frei?

Quelle: BFB: Lithium-Ionen-Akkus sicher benutzen
02Grundlagen 3 Min.

Warnzeichen erkennen und richtig reagieren

Eine gewölbte Rückseite, Risse oder ungewöhnliche Wärme sind Gründe, genauer hinzuschauen.

Hintergrund und praktische Schritte lesen

Ein Akku kann durch Alterung, einen Sturz oder einen technischen Defekt beschädigt werden. Manche Schäden liegen im Inneren und sind von aussen nicht zu erkennen. Aufblähungen, Verformungen, Risse, ungewöhnliche Hitze oder Geruch solltest du deshalb ernst nehmen.

Das kannst du konkret tun

  1. Verwende einen beschädigten oder aufgeblähten Akku nicht weiter und lade ihn nicht erneut.
  2. Schalte das Gerät aus und trenne die Stromversorgung nur, wenn das ohne Eigengefährdung möglich ist. Öffne, durchsteche oder drücke den Akku nicht.
  3. Lass ein Gerät nach einem starken Sturz oder bei unklaren Veränderungen durch den Hersteller oder eine Fachperson prüfen.
  4. Bei Rauch, Zischen oder starker Erwärmung: Abstand halten, andere warnen und die Feuerwehr über 118 alarmieren. Einen solchen Akku nicht anfassen oder selbst transportieren.

Für deinen Alltag

Weniger Laufzeit allein bedeutet nicht, dass ein Brand bevorsteht. Zusammen mit Hitze, Verformung oder Geruch ist eine fachliche Prüfung wichtig.

Quelle: BFB: Schäden und sichere Handhabung
03Grundlagen 3 Min.

E-Bike-Akkus durch Herbst und Winter bringen

Ein kalter Akku sollte nicht direkt ans Ladegerät. Für längere Pausen sind die Herstellerangaben wichtig.

Hintergrund und praktische Schritte lesen

Kälte, Hitze und Feuchtigkeit belasten Akkus. Wenn du einen Akku aus einem kalten Raum holst, empfiehlt die BFB, vor dem Laden zu warten, bis er Raumtemperatur erreicht hat. Auch ein über längere Zeit ungenutzter Akku braucht Aufmerksamkeit: Eine Tiefentladung kann beim erneuten Laden zum Risiko werden.

Das kannst du konkret tun

  1. Wähle einen trockenen Lagerplatz, geschützt vor Frost, direkter Sonne und starken Temperaturschwankungen. Beachte den Temperaturbereich des Herstellers.
  2. Lass einen kalten Akku vor dem Laden Raumtemperatur erreichen. Erwärme ihn nicht auf einem Heizkörper oder mit einem Föhn.
  3. Für längere Lagerung empfiehlt die BFB einen halb geladenen Akku. Die konkreten Angaben deines Herstellers haben Vorrang.
  4. Kontrolliere den Ladezustand während längerer Pausen nach Anleitung. Ein tiefentladener oder auffälliger Akku gehört zur Fachperson, nicht an ein improvisiertes Ladegerät.

Für deinen Alltag

Notiere dir die Lager- und Ladehinweise deines E-Bike-Herstellers, bevor das Rad in die Winterpause geht.

Quelle: BFB: Akkus sicher laden und lagern
04Grundlagen 2 Min.

Akkus und Elektrogeräte sicher zurückgeben

Auch ein kleiner Akku gehört nicht in den Kehricht. Bei beschädigten Akkus braucht es eine bediente Sammelstelle.

Hintergrund und praktische Schritte lesen

Im Kehrichtfahrzeug oder in einer Sortieranlage können Akkus gequetscht oder zerkleinert werden. Das kann Kurzschlüsse und Brände auslösen. Die korrekte Rückgabe schützt deshalb nicht nur dein Zuhause, sondern auch die Menschen, die Abfälle sammeln und verarbeiten.

Das kannst du konkret tun

  1. Gib Batterien und Elektrogeräte bei einer geeigneten Verkaufs- oder Sammelstelle zurück. Sie gehören nie in den Hauskehricht.
  2. Lass fest eingebaute Akkus im Gerät. Gib beispielsweise die elektrische Zahnbürste oder das Smartphone als Ganzes zurück.
  3. Beschädigte oder geblähte Akkus gehören zu einer bedienten Sammelstelle. Kläre mit der Stelle, wie du sie sicher übergeben kannst.
  4. Für einen gefahrlos handhabbaren, kühlen Akku empfiehlt Swiss Recycle einzeln einen Plastiksack und abgeklebte freiliegende Pole. Heisse, rauchende oder zischende Akkus nicht selbst transportieren; 118 anrufen.

Für deinen Alltag

Auch Vapes, Spielzeuge und kabellose Kopfhörer können einen Akku enthalten. Prüfe das, bevor du etwas wegwirfst.

Quelle: Swiss Recycle: Korrekte Entsorgung
05Grundlagen 3 Min.

Verstehen, was bei einem Akkubrand passiert

Thermal Runaway bedeutet: Eine Zelle erhitzt sich unkontrolliert und kann weitere Zellen mitreissen.

Hintergrund und praktische Schritte lesen

Wird eine beschädigte Zelle zu heiss, können innere Reaktionen weitere Wärme erzeugen. Die Wärme kann auf Nachbarzellen übergehen. Diese Kettenreaktion nennt man Thermal Runaway oder thermisches Durchgehen. Dabei können giftige und brennbare Gase austreten; auch nach sichtbarem Erlöschen ist eine Wiederentzündung möglich.

Das kannst du konkret tun

  1. Warn andere Menschen und alarmiere sofort die Feuerwehr über 118. Nenne den Standort und dass ein Lithium-Ionen-Akku betroffen ist.
  2. Verlasse den gefährdeten Bereich und schliesse Türen, soweit das gefahrlos möglich ist. Gehe niemals durch einen verrauchten Fluchtweg.
  3. Halte Abstand und atme Rauch oder Dämpfe nicht ein. Trage einen brennenden oder ausgasenden Akku nicht durch die Wohnung.
  4. Versuche bei E-Bike-, Scooter- oder grösseren Akkus keinen eigenen Löschangriff. Überlasse Beurteilung, Nachkontrolle und Bergung der Feuerwehr.

Für deinen Alltag

Eine ausgeschaltete Stromzufuhr beendet die Reaktion im Akku nicht zuverlässig. Abstand und ein freier Fluchtweg bleiben wichtig.

Quelle: BFB: Wenn der Akku brennt
06Für Betriebe 3 Min.

Viele Akkus im Betrieb: zuerst den Bestand verstehen

Eine einzelne Powerbank und ein Lager mit Traktionsakkus brauchen unterschiedliche Schutzmassnahmen.

Hintergrund und praktische Schritte lesen

Im Betrieb entscheidet nicht nur die Anzahl der Akkus. Auch Energieinhalt, Batteriezustand, Ladeleistung und Brandabschnitt sind wichtig. Die VKF unterscheidet deshalb gewerbliche Lager und stationäre Speicher. Ein Schutzkonzept muss zur tatsächlichen Nutzung und zum Gebäude passen.

Das kannst du konkret tun

  1. Erfasse Akkutypen, Energieinhalt, Anzahl, Lagerorte und die maximale gleichzeitige Ladeleistung.
  2. Trenne normales Lager, Ladeplätze und einen vorgesehenen Bereich für auffällige Akkus. Halte Fluchtwege und Feuerwehrzugänge frei.
  3. Lege Verantwortliche, Kontrollen, Alarmierung und Evakuation fest. Mitarbeitende müssen wissen, wann sie Abstand halten und wen sie informieren.
  4. Stimme bauliche und technische Massnahmen mit einer Brandschutzfachperson, der zuständigen Behörde und einer Elektrofachperson ab.

Für deinen Alltag

Starte mit einem Plan deiner Akku- und Ladebereiche. Das ist die Grundlage für eine gezielte Begehung, nicht ein pauschaler Produktkauf.

Quelle: VKF: Brandschutzmerkblatt Lithium-Ionen-Batterien

Diese Informationen helfen bei der Orientierung. Sie ersetzen weder die Bedienungsanleitung noch die Beurteilung eines beschädigten Akkus oder eine objektspezifische Brandschutzplanung.